Welche Vor- und Nachteile bringt eine GbR?

Eine der wichtigsten Fragen für Gründer ist, auf welche Rechtsform sich die Beteiligten einigen möchten. Die Wahl der Rechtsform hat einen entscheidenden Einfluss auf die Flexibilität und Haftung der Unternehmer. Vor der Wahl einer bestimmten Rechtsform ist es dringend ratsam, einen Rechtsanwalt zu dieser Frage zu konsultieren. Im Folgenden bieten wir einen groben Überblick über die Vor- und Nachteile der Gesellschaft bürgerlichen Rechts, GbR.

Die Vorteile der GbR liegen auf der Hand: die Gründung gestaltet sich als durchaus unkompliziert. Es gibt keinen bürokratischen Aufwand. Man kann direkt mit der Arbeit loslegen, ohne vorher zu einer Behörde zu laufen oder sich irgendwo registrieren zu lassen. Insbesondere erübrigt sich eine Eintragung ins Handelsregister. Ferner ist der Kostenvorteil anzusprechen: ein Mindestkapital wird nicht verlangt. Es wird lediglich eine Buchführung verlangt, welche ja sicherlich auch im Eigeninteresse der Gründer sein dürfte.

jedoch bringt diese Schnelligkeit und Einfachheit Nachteile mit sich: die Gesellschafter haften mit ihrem Privatvermögen. Eine Obergrenze ist nicht vorgesehen. Hinzu kommt, dass jeder Gesellschafter seinen Gewinnanteil selbst zu versteuern hat. Außerdem ist Vorsicht geboten: ab einem bestimmten Umfang der Tätigkeit liegt tatsächlich eine oHG vor.

Die GbR zielt grundsätzlich nicht zwingend auf das Betreiben eines kaufmännischen Handelsgewerbes ab, sondern dient ganz allgemein einem gemeinsamen Unternehmenszweck, der unbedingt vertraglich festzulegen ist. Ebenso sollte der GbR-Vertrag Regelungen zu folgenden Punkten enthalten:

  • Geschäftsführung
  • interne Haftungsverteilung
  • Tätigkeitsvergütung
  • Gewinn- und Verlustverteilung
  • etwaiges Wettbewerbsverbot
  • Abtretung von Geschäftsanteilen
  • Regelungen bei Ausscheidung eines Gesellschafters
  • etwaige Abfindung
  • Regelung bei Tod eines Gesellschafters

Gewerbetreibende, die gemeinsam eine GbR gründen, müssen eine Gewerbeanmeldung veranlassen. (Vorsicht: Die Aufnahme der Geschäftstätigkeit vor der erforderlichen Anmeldung kann ein Bußgeld nach sich ziehen!) Schließen sich Freiberufler zu einer GbR zusammen, ist lediglich eine Registrierung beim Finanzamt erforderlich.

Im Rahmen der darauf folgenden steuerlichen Erfassung wird die GbR automatisch zur Umsatzsteuer und Gewerbesteuer angemeldet. Die meisten der im Rahmen dieser steuerlichen Erfassung geforderten Angaben sollten bereits vor Gründung der GbR im Rahmen der Erarbeitung eines Businessplans ermittelt werden.

Schließlich steht die Eröffnung eines Firmenkontos an und dann kann es losgehen, die GbR kann ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Foto : @jeshoots/Jes Hoots

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